Weiße Orchideen

Mehr als Energiearbeit

9. Juni 2026 · von Ulrike

Was Reiki für mich heute bedeutet

Vor einigen Tagen erhielt ich eine Nachricht von einer Frau, die ich bereits vor einiger Zeit begleiten durfte. Damals war ihr Mann schwer krank. Über mehrere Wochen unterstützte ich ihn mit Reiki und begleitete auch seine Familie durch diese schwierige Zeit.

Nun steht die Familie erneut vor einer Herausforderung. Ihr Vater, 90 Jahre alt, liegt im Krankenhaus und wird operiert. Als sie mich fragte, ob ich ihn ebenfalls mit Reiki begleiten würde, hat mich das sehr berührt.

Nicht nur wegen des Vertrauens, das darin steckt. Sondern auch, weil mich diese Anfrage daran erinnert hat, warum Reiki nach all den Jahren noch immer einen festen Platz in meinem Leben hat.

Wenn mich heute jemand fragt, was Reiki für mich bedeutet, fällt meine Antwort anders aus als noch vor zehn Jahren. Als ich Reiki kennenlernte, war ich fasziniert von den Möglichkeiten, die darin lagen. Wie viele andere verband ich Reiki damals vor allem mit Energie, Heilung und Veränderung.

Mit den Jahren hat sich mein Blick darauf verändert.

Heute geht es für mich weniger darum, etwas bewirken oder verändern zu wollen. Es geht vielmehr darum, einen Raum zu schaffen - einen Raum für Ruhe, Vertrauen und Zuversicht. Einen Raum, in dem ein Mensch für einen Moment loslassen darf. Einen Raum, in dem nichts geleistet werden muss und nicht alles erklärt oder gelöst werden muss.

Gerade in Zeiten von Krankheit, Sorgen oder Abschied erleben wir oft, wie wenig wir tatsächlich kontrollieren können. Wir können schwierige Situationen nicht einfach wegnehmen. Wir können keine Garantien geben und wir können das Leben nicht vor seinen Herausforderungen bewahren.

Aber wir können da sein.

Vielleicht ist genau das die wichtigste Erfahrung, die ich durch Reiki gemacht habe. Menschen brauchen nicht immer Antworten oder Lösungen. Manchmal brauchen sie vor allem das Gefühl, nicht allein zu sein.

In den vielen Jahren, in denen Reiki mich begleitet, durfte ich immer wieder erleben, wie wohltuend es sein kann, wenn Menschen einen Moment der Ruhe finden. Einen Moment, in dem die Gedanken etwas leiser werden, die Anspannung nachlässt und das Herz wieder etwas mehr Vertrauen spürt.

Für mich ist Reiki deshalb heute keine Methode, um etwas zu “reparieren”. Es ist vielmehr eine Form der achtsamen Begleitung. Eine Einladung, für einen Augenblick innezuhalten und sich selbst wieder etwas näherzukommen.

Vielleicht ist das auch der Grund, warum Reiki noch immer Teil meines Lebens ist. Nicht, weil es auf alles Antworten gibt. Sondern weil es Menschen in herausfordernden Zeiten etwas schenken kann, das wir alle brauchen:

Ruhe. Vertrauen. Und das Gefühl, nicht allein zu sein.